Bosnische Bahntrassen

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Der Platzwart kommt um 7 Uhr frühs.

Da habe ich aber schon alles abgebaut und bin unterwegs. Ich fahre auf dem Ciro Radweg, eine alte Bahntrasse, in Richtung Dubrovnik.

Grober Schotter fordert meine Mountainbike Fähigkeiten, wildwachsemder Thymian und Salbei versprühen einen angenehmen Duft. Ich pflücke einige Blätter, um damit mein Abendessen zu würzen.

Es gibt auf dem Ciro Radweg 14 Bahntunnel. In einem davon wimmelt es nur so vor Fledermäusen. Sie hängen zu Hunderten, wenn nicht gar Tausenden an der feuchten Tunneldecke.

Ich überquere alte Eisenträgerbrücken mit klapprigen Holzplanken, aber nicht wie damals die Brücke in Portugal im Douro Tal, auf der fast meine Tasche und ich von einem exponierten Stahlträger gestürzt wären. 

Ich fahre durch Karsttäler, deren Quellen einen See bewässern, dessen Fische angeblich die Potenz steigern (laut dem Bericht eines türkischen Reisenden im Jahr 1660).

Blumen säumen den Wegesrand, Insektensummen begleitet mich. In den Dörfern üppige Blumen, Zypressen stehen auf den umliegenden Hügeln, rote Ziegel auf den Dächern leuchten im Sonnenschein.

Menschen arbeiten mit kleinen Motorpflügen oder Hacken auf ihren kleinen Privatäckern. 

Auf einmal sehe ich zwei andere Radfahrer. Es handelt sich um ein französisches Rentner-Pärchen aus Marseille, die seit Juli durch Europa radeln.

Vier slowenische Biker rasen an mir vorbei und grüßen mich mit einem Hupen.

Abends schlage ich mein Zelt neben einer kleinen Kapelle auf mit schönem Blick auf das Trebinje Tal, eine der größten Karst-Landschaften der Welt.

Warmer Wind weht den Duft von Nadeln zu mir hin. Hier werde ich gut schlafen.

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