Neue Speise, neues Glück

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Ich sitze in der Taverna Raeti in dem kleinen Dorf Chrisopigi. Alle Häuser sind hier weiß angestrichen.

Vor mir steht ein weißer Teller mit Okra (Gemüse-Eibisch) und Kartoffeln, außerdem ein kleinerer Teller mit Zucchini Pfannkuchen. Die Zitronen-Tomaten-Öl Soße zu dem Okra ist perfekt, ein Traum. Das Öl und das Gemüse kommt alles aus dem eigenen Anbau. Ich habe vorher noch nie Okra gegessen. Mir schmeckt es ausgezeichnet!

Ich bin über einen steinigen Bergpfad nach Chrisopigi gekommen. Losgefahren bin ich im Ort Kavousi, wo der uralte Olivenbaum von Azorias steht. Mit Zweigen von diesem Baum wurde die Marathon Olympiasiegerin bei der Olympiade 2004 gekrönt.

Auf dem Dorfplatz von Chrisopigi stehen drei Platanen und eine Zypresse. Die Zypresse wirft einen kleinen, kreisrunden Schatten auf die Steinplatten der Plaza. Im Schatten sitzen zwei Männer und eine Frau an einem kleinen Tisch. Die Frau ist hier die Wirtin, sie trägt eine grünweiß gestreift Schürze. 

Sie trinken Kaffee, Lachen und verschieben den Tisch, immer wenn der kleine Schatten der Zypresse weitergewandert ist und nicht mehr allen die Sonne vom Kopf hält. 

Auf der anderen Seite der Plaza sitzt eine betagte Frau, ganz in schwarz gekleidet, vor der weißen Wand ihres Hauses. Manchmal stützt sie ihr Kinn auf ihre Hand und schaut nachdenklich in die leuchtend grünen Kronen der Platanen.

Ein Pick-Up mit drei Hirten fährt vorbei. Die alte Dame redet mit den Männern. Sie steht auf und bringt ihnen zwei Tüten mit Obst. 

Die Männer fahren weiter. Die Frau setzt sich wieder auf ihren einfachen Holzstuhl hin. Als es 13:00 Uhr ist, steht sie auf und läuft langsam zur Haustür. Ihren Stuhl zieht sie hinter sich her. Die Holzbeine schleifen über den Gehweg.

Ich schaue dem Treiben zu, esse gemütlich und schreibe diese Sätze.

(Ich glaube, der Pelz auf dem Kopf und mein geliebter Bart müssen bald ab. Langsam wird es mir doch zu warm…)

Die Blätter der Platanen rascheln sanft im Wind. Einige Spatze tönen um die Wette. 

Eine kleine Siesta noch (die dient dem Blog), und dann fahre ich zur Südküste nach Makrigialos. Am Donnerstag dem 4. Juni fährt meine Fähre nach Rhodos. In diesen letzten drei Tagen auf Kreta werde ich ganz in Ruhe den äußersten Osten der Insel erkunden. Kreta hat mich beeindruckt, wie der Rest von Griechenland auch. Vielleicht kommt in den letzten Tagen auf Kreta ja noch das ein oder andere spannende Erlebnis dazu! 

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