Sonntag 18.01.2026
Düsseldorf – Zündorf am Rhein (80 Km; 143 Höhenmeter)
Mein Tag beginnt um 11:00 mit einem großen Müsli und einer Soja-Schokoladenmilch, die ich zum ersten Mal probierte. Fazit: gar nicht so schlecht. Es ist Sonntag und wir haben ausgeschlafen. Erst gegen Mittag sitze ich wieder auf meinem Trekkingrad und Daniel auf einem Mietfahrrad.
Daniel begleitet mich dreißig Kilometer bis zum Schloss Bentheim südlich von Düsseldorf. Im dortigen Café gibt es erstmal ein dickes Stück Apfelstrudel und ein Latte Macchiato. Lecker! Dann geht es allein weiter.
Die elf Grad des Vortages sind passé, aber die Sonne scheint freundlich und das Radeln an den Rheinschleifen entlang ist entspannt. Flachschiffe fahren an mir vorbei. Einige kämpfen sich langsam gegen die Strömung, andere gleiten in Richtung Nordesee. 1232 Kilometer legt der Rhein zurück, davon 865 in Deutschland.
Bei einer Autobahnbrücke nahe Leverkusen fahre ich durch eine Baustelle, als mich ein Sicherheitsmitarbeiter entdeckt und anbrüllt. Die Zufahrt sei offen gewesen, erkläre ich dem Mitarbeiter. Und ein Schild, dass es hier nicht weitergehe, gebe es auch nicht. Ich habe hier trotzdem nichts zu suchen, sagt der Mann barsch. Aber er zeigt mir einen Schleichweg, und ich kann die Baustelle passieren. Kurz darauf fahre ich an einem riesigen Chemiepark vorbei: Covestro, Bayer und andere große Firmen sind hier vertreten.
Als ich Köln erreiche, dämmert es schon. Ich schaue einen Augenblick lang den Zügen auf der Eisenbahnbrücke über dem Rhein zu, dann schwinge ich mich wieder in den Sattel und setze meine Fahrt fort. Gegen halb sieben setze ich mich auf eine Parkbank und hole mein Kochgeschirr hervor. Nudeln und Pesto – ein einfaches Studentenessen – gibt es heute Abend. Hauptsache, es geht schnell. Die Temperatur fällt schon merklich und vom Rhein weht ein kalter, feuchter Wind. Doch das Wasser kocht und kocht nicht. Erst nach zwanzig Minuten kann ich die Nudeln in den Topf geben. Meine Hände sind schon halb eingefroren. Irgendetwas stimmt mit meinem Kocher nicht. Sobald ich bei meinen Großeltern bin, werde ich ihn einmal auseinandernehmen und reinigen, nehme ich mir vor.
Nach einer guten halben Stunde halte ich endlich einen warmen Topf mit Pesto-Nudeln in der Hand (eine Wohltat für meine kalten Finger) und kann meinen Hunger stillen. Dann baue ich schnell mein Zelt auf, streife eine weitere Schicht Kleidung über, und schlüpfe in meinen Schlafsack. Die Kälte kriecht von unten durch meine Isomatte, aber ich bin müde genug und schlafe trotzdem ein.

