Was bringen Wanderstöcke

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Brauche ich Wanderstöcke?

Früher dachte ich, Wanderstöcke seien etwas für Rentner.
Im Leben wäre ich nicht damit durch die Gegend gelaufen.
Dann bin ich allerdings auf einen Bericht gestoßen, in dem behauptet wurde, mit Wanderstöcken könne man die Knie um bis zu 20-25% entlasten.

Das wollte ich mal in der Praxis testen. Nach zwei Wochen und 10 000 Höhenmetern ein erstes Fazit.

Kurzgesagt – meine Wanderstöcke waren die besten 6 Euro, die ich in diese Reise investiert habe.

Warum?

  1. Sie entlasten tatsächlich die Beine. Ich merke den größten Vorteil beim bergauf Gehen. Dadurch, dass ich mich abdrücken kann, komme ich schneller und schwungvoller voran.
  2. Stabilität. Auch beim bergab Laufen federn die Stöcke etwas vom Schwung ab, und sind insbesondere bei rutschigen Bedingungen (z.B. lockerer Schotter) ein großer Vorteil. Mehrfach konnte ich so das Wegrutschen verhindern.
  3. Angeschwollene Hände. Kaum etwas ist unangenehmer, als dicke Finger beim Wandern. Mit den Stöcken passiert das nicht und das Blut fließt wunderbar aus den Händen und Unterarmen ab.
  4. Dornen und Gestrüpp. Manchmal waren meine Wege überwuchert mit Brombeeren und Brennnesseln. Was war ich froh, mit den Stöcken die Pflanzen zur Seite drücken zu können.
  5. Kühe. Ich habe festgestellt, dass Kühe viel eher vom Weg weichen, wenn ich mich mit den Stöcken groß und breit mache.
  6. Aggressive Hunde. Die Stöcke sind eine gute Selbstverteidigung – man hat etwas, das man zwischen sich und einen angriffslustigen Hund platzieren kann.

Welche Nachteile habe ich bemerkt?

  1. Das Klackgeräusch. Vor allem auf geteerten Strecken kann einem das Klacken der Stöcke auf die Nerven gehen. Deshalb habe ich dort häufig auf die Stöcke verzichtet.
  2. Manchmal braucht man seine Hände, zB bei leichten Kletterpartien. Dann können die Stöcke im Weg sein.

Befürchtungen, die in manchen Artikeln geäußert werden, dass man sich an die Stöcke gewöhnt und ohne Stöcke die Balance leidet, kann ich nicht teilen. Ich denke nicht, dass ein gesunder Wanderer da Probleme haben sollte. Einen gewissen Gewöhnungseffekt gibt es mit der Zeit natürlich schon.

Theoretisch kann man auch über einen Wanderstock stolpern, der sich ungünstig zwischen Steinen verklemmt hat. Mir ist das aber nie passiert und wer die Stöcke sauber platziert, wird kein Problem haben.

Fazit: Wanderstöcke sind nicht nur für Rentner!

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